PewDiePie: Legend of Brofist
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Details
- Bewertung
- 4,7
- Version
- 1.4.6
- Entwickler
- Outerminds Inc.
Wenn ein Spiel auf einem gemeinsam genutzten Smartphone oder Tablet landen soll, achte ich auf andere Dinge als bei einem Titel, den nur eine Person allein spielt. Wie schnell versteht man die Steuerung? Kann jemand zwischendurch übernehmen, ohne lange Erklärungen? Und passt der Inhalt zum Alter aller Personen, die das Gerät nutzen? Bei PewDiePie: Legend of Brofist fällt meine Antwort insgesamt positiv aus: Das Actionspiel ist leicht zugänglich, auffällig humorvoll und besonders dann interessant, wenn YouTube-Kultur im Haushalt ohnehin eine Rolle spielt.
Ich habe hier keinen langen Rollenspielabend vor mir, sondern ein kompaktes, direktes Abenteuer mit PewDiePie und weiteren bekannten YouTubern im Mittelpunkt. Die Grundidee ist schnell verstanden: Man zieht auf eine große Mission los, bewegt sich durch gefährliche Abschnitte und muss im richtigen Moment reagieren. Das Spiel stammt von Outerminds Inc. und kostet 5,49 €. Für ein mobiles Spiel ist das eine bewusste Kaufentscheidung, denn es handelt sich nicht um einen kostenlosen Download, bei dem man erst später mit Werbung oder Zusatzkäufen konfrontiert wird.
Seine größte Stärke ist für mich die klare Persönlichkeit. Viele mobile Actionspiele funktionieren technisch ordentlich, wirken aber austauschbar. Dieser Titel lebt dagegen von seinem Internet- und Fanbezug. Wer mit PewDiePie und den auftretenden YouTubern nichts anfangen kann, erlebt vor allem ein solides, buntes Plattform-Abenteuer. Wer die Figuren kennt, bekommt zusätzlich den Reiz, vertraute Namen in einer spielbaren, überdrehten Welt wiederzusehen.
So funktioniert das Spiel im gemeinsamen Haushalt
Ein Titel für kurze gemeinsame Spielmomente
Auf einem Familien- oder WG-Gerät sehe ich das Spiel vor allem als Titel zum Zuschauen, Ausprobieren und Weiterreichen. Eine Person spielt einen Abschnitt, jemand anderes beobachtet und gibt Hinweise, danach wird das Gerät vielleicht an die nächste Person übergeben. Dafür eignet sich die direkte Action besser als ein umfangreiches Spiel, bei dem jeder erst eine eigene Figur, ein Inventar und mehrere Menüs verstehen muss.
Ein realistisches Beispiel: Ein älteres Kind kennt die Videos rund um PewDiePie und möchte das Spiel nach dem Abendessen zeigen. Ein jüngeres Geschwister schaut zunächst zu, fragt nach den Figuren und übernimmt später die Steuerung. Ein Elternteil kann dabei schnell erkennen, ob die Reaktionen und der Humor zur Situation passen. Diese Art von gemeinsamem Erleben funktioniert gut, solange alle akzeptieren, dass nicht jede Person gleichzeitig spielt.
Wichtig ist aber, dass ich den Titel nicht mit einem klassischen Mehrspielerabend verwechseln würde. Die gemeinsame Nutzung entsteht hier vor allem durch das Weitergeben des Geräts und durch Zuschauer, nicht durch eine von mir vorausgesetzte gemeinsame Online-Partie. Wer ausdrücklich ein Spiel sucht, in dem mehrere Personen parallel auf getrennten Geräten kooperieren, sollte sich eher bei dafür entwickelten Multiplayer-Spielen umsehen.
Die Steuerung verlangt Aufmerksamkeit statt Geduld
Die Action ist auf unmittelbare Eingaben ausgelegt. Das macht den Einstieg angenehm, kann aber auch dazu führen, dass hektische Situationen auf einem kleinen Bildschirm anspruchsvoller wirken als auf einem größeren Tablet. Ich würde deshalb bei der ersten Runde nicht sofort die schwierigsten Abschnitte an eine unerfahrene Person weiterreichen. Besser ist es, zunächst gemeinsam zuzusehen und die Bewegungslogik zu erklären.
Ein nützlicher Ablauf im Haushalt ist, das Spiel nicht als Wettbewerb um den schnellsten Fortschritt zu behandeln. Eine Person kann die Steuerung übernehmen, während eine andere auf Hindernisse, Gegner oder den passenden Zeitpunkt für eine Aktion achtet. Gerade bei einem actionreichen Spiel entsteht dadurch eine einfache Form der Zusammenarbeit, obwohl nicht mehrere Figuren gleichzeitig gesteuert werden.
Das ist einer der weniger offensichtlichen Vorzüge: Der Titel kann auch dann unterhaltsam sein, wenn jemand selbst nicht besonders gut spielt. Das Zuschauen bleibt durch die bekannten Figuren und die cartoonhafte Inszenierung interessant. Umgekehrt kann die Frustration steigen, wenn ein Kind nur zusieht, aber immer wieder warten muss, bis es an der Reihe ist. Eine klare Reihenfolge hilft mehr als der Versuch, das Gerät spontan herumzureichen.
Was vor dem Kauf auf einem geteilten Gerät geklärt werden sollte
Da der Preis bei 5,49 € liegt, würde ich vor dem Kauf besprechen, wer den Titel verwenden darf und wer den Kauf auf dem jeweiligen Gerät auslöst. Bei einem gemeinsam genutzten Smartphone ist das keine Nebensache: Ein einmaliger Kauf bedeutet nicht automatisch, dass alle Familienmitglieder dieselben Erwartungen an Fortschritt, Spielzeit oder Umgang mit dem Gerät haben.
Ich würde außerdem vorher festlegen, ob das Spiel nur in gemeinsamen Zeitfenstern gestartet wird. Die Action lädt dazu ein, noch einen weiteren Abschnitt zu versuchen, und genau daraus kann auf einem Familiengerät schnell ein Streit über die Nutzungsdauer entstehen. Eine einfache Absprache wie „nach dem Hausaufgabenfenster“ oder „abwechselnd nach jedem Abschnitt“ ist hier sinnvoller als komplizierte Regeln, die niemand einhält.
Bei einem Gerät, das auch für Schule, Arbeit oder wichtige Nachrichten gebraucht wird, sollte die spielende Person den aktuellen Zustand nicht einfach für sich beanspruchen. Das klingt banal, ist aber bei einem Fortschrittsspiel relevant: Wer gerade mitten in einer Szene steckt, möchte ungern sofort aufhören. Ich plane deshalb lieber eine kurze, klare Spielrunde ein, statt das Gerät ohne Zeitgrenze freizugeben.
Alter, Humor und Vertrauen
Die Alterskennzeichnung liegt bei USK ab 12 Jahren. Für mich ist das ein guter Anlass, nicht nur auf die bunte Optik zu schauen. Ein comicartiger Stil kann zwar harmloser wirken als realistische Action, ersetzt aber keine Einschätzung durch die erwachsene Person, die das Gerät und die Verantwortung im Haushalt kennt.
Der YouTube-Bezug ist ebenfalls wichtig. Der Titel richtet sich spürbar an Menschen, die PewDiePie oder ähnliche Internetpersönlichkeiten kennen. Das kann für Fans ein großer Teil des Spaßes sein, bedeutet aber auch, dass Eltern und andere erwachsene Mitnutzer den kulturellen Kontext nicht einfach aus dem Namen ableiten sollten. Ich würde jüngeren Personen erklären, wer die Figuren sind, und dabei beobachten, wie sie auf den Humor und die Action reagieren.
Mein praktischer Rat: Erst gemeinsam anspielen, dann allein freigeben. So lässt sich besser beurteilen, ob die Darstellung, das Tempo und die Witze für die konkrete Person passen. Eine allgemeine Altersgrenze ist hilfreich, aber sie sagt nicht, ob jedes Kind in einem Haushalt denselben Umgang mit dem Spiel hat.
Für ein Kind unter der angegebenen Altersstufe würde ich den Titel nicht einfach als unproblematisches Zeichentrickspiel behandeln. Für Jugendliche ab zwölf kann er dagegen eine unterhaltsame Wahl sein, besonders wenn bereits Interesse an den beteiligten YouTubern besteht. Erwachsene sollten dabei nicht nur den Inhalt, sondern auch die Bildschirmzeit und die gemeinsame Gerätenutzung im Blick behalten.
Konten, Fortschritt und klare Grenzen
Auf einem geteilten Gerät ist die Frage nach persönlichen Konten besonders wichtig. Ich würde nicht voraussetzen, dass jede Person automatisch einen getrennten Fortschritt erhält. Deshalb sollte vor dem ersten längeren Spielen feststehen, ob alle denselben Spielstand nutzen oder ob das Gerät nur einer Person zugeordnet bleibt.
Diese Entscheidung verändert das ganze Erlebnis. Ein gemeinsamer Fortschritt kann Geschwister zusammenbringen, weil sie sich gegenseitig helfen und über die nächste Stelle sprechen. Er kann aber genauso zu Konflikten führen, wenn jemand eine Passage überspringt, etwas anders ausprobiert oder versehentlich den Zustand verändert. Wer empfindlich auf verlorenen Fortschritt reagiert, sollte das Spiel nicht ohne Absprache auf einem zentralen Familiengerät starten.
Auch beim Gerätewechsel würde ich vorsichtig planen. Wer den Titel auf einem anderen Smartphone oder Tablet weiterspielen möchte, sollte sich nicht darauf verlassen, dass ein Spielstand automatisch so verfügbar ist, wie man es von großen Plattformen kennt. Für ein kurzes mobiles Spiel ist das vielleicht kein Problem, für eine Familie mit mehreren Geräten aber schon. Ich würde daher möglichst ein festes Gerät verwenden und den Fortschritt nicht leichtfertig zurücksetzen.
Die Version 1.4.6 zeigt, dass der Titel nicht einfach nur als unveränderter Startpunkt betrachtet werden sollte. Trotzdem würde ich Updates nicht mit einer Garantie auf moderne Komfortfunktionen verwechseln. Vor dem Kauf ist für mich entscheidend, ob das eigentliche Spielprinzip gefällt, nicht die Hoffnung auf spätere zusätzliche Möglichkeiten für Haushalte.
Wo das Spiel gegenüber anderen Actionspielen punktet
Im Vergleich zu vielen kostenlosen Actionspielen ist die feste Kaufversion angenehm übersichtlich. Ich muss mich nicht während des Spielens mit einer Flut aus Werbeunterbrechungen, Energiebegrenzungen oder ständigem Nachkaufen auseinandersetzen. Das macht den Titel besonders passend für einen gemeinsamen Abend, an dem niemand erklären möchte, warum eine Aktion erst nach einem weiteren Kauf möglich ist.
Gegenüber großen Konsolenspielen ist das Abenteuer natürlich weniger auf eine lange, tiefgehende Sitzung ausgelegt. Wer komplexe Ausrüstung, weitläufige Welten oder viele taktische Systeme erwartet, wird hier wahrscheinlich zu wenig Tiefe finden. Auch ein aktuelles Hochglanzspiel mit realistischer Präsentation ist es nicht. Seine Stärke liegt eher in der schnellen Lesbarkeit und im eigenständigen Fanstil.
Gegenüber gewöhnlichen Plattformspielen bringt der YouTube-Fokus eine klare Zielgruppe mit. Das ist zugleich Vorteil und Grenze. Fans erhalten eine zusätzliche Ebene, während alle anderen stärker prüfen sollten, ob die Action allein genug trägt. In meinem Fall funktioniert sie auch ohne ständige Kenntnis jeder Anspielung, aber der besondere Charme entsteht eindeutig durch die Figuren und ihre Internet-Persönlichkeiten.
Wer ein Spiel für ein sehr junges Kind, eine ruhige Beschäftigung ohne Action oder ein echtes gemeinsames Online-Erlebnis sucht, findet passendere Alternativen. Wer dagegen ein bezahltes, charaktervolles Actionspiel für kurze Sitzungen möchte und den Fanbezug mag, bekommt hier ein deutlich klareres Angebot als bei vielen beliebigen Gratis-Titeln.
Für wen sich der Kauf wirklich lohnt
Ich würde den Titel vor allem Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen, die PewDiePie kennen und ein unkompliziertes Abenteuer auf dem Smartphone oder Tablet suchen. Die rund 100.000 Installationen und eine durchschnittliche Bewertung von 4,7 bei ungefähr 60.000 Bewertungen zeigen außerdem, dass das Spiel eine beachtliche Fangemeinde erreicht hat. Diese Zahlen ersetzen keine persönliche Einschätzung, passen aber zu meinem Eindruck, dass der Titel nicht nur wegen seines Namens Aufmerksamkeit bekommt.
Für einen Fan ist der Kauf leichter zu rechtfertigen als für jemanden, der ausschließlich nach dem besten mobilen Actionspiel sucht. Der Preis bleibt überschaubar, aber er ist hoch genug, dass ich bei völligem Desinteresse an YouTube-Persönlichkeiten eher zu einer anderen Option greifen würde. Das Spiel muss nicht jedem gefallen, und gerade die starke Identität macht es weniger universell als ein neutral gestalteter Actiontitel.
Auch für Eltern ist die Entscheidung recht klar: Der Titel kann ein guter gemeinsamer Gesprächsanlass sein, wenn die Altersstufe passt und die Gerätenutzung abgesprochen ist. Er ist aber kein Ersatz für Begleitung. Ich würde ihn weder als automatisch familienfreundlich noch als grundsätzlich ungeeignet abstempeln. Entscheidend sind Alter, Medienerfahrung, Humorverständnis und die Frage, ob ein gemeinsamer Spielstand im Haushalt funktioniert.
Für eine WG oder eine Gruppe von Freunden kann das Spiel als lockere Unterhaltung funktionieren. Besonders nett ist die Rolle des Zuschauers: Man muss nicht selbst Fan und nicht einmal besonders geschickt sein, um die nächste Szene gemeinsam zu kommentieren. Wer jedoch erwartet, dass alle gleichzeitig aktiv beteiligt sind, wird wahrscheinlich enttäuscht sein.
Mein Urteil zur Nutzung auf einem gemeinsamen Gerät
Nach meiner Einschätzung ist PewDiePie: Legend of Brofist ein sympathisches Actionspiel mit einer klaren Zielgruppe und einer ungewöhnlich starken Fanpersönlichkeit. Es eignet sich gut für kurze, gemeinsam vereinbarte Spielzeiten, für das Weiterreichen eines Geräts und für Jugendliche ab der angegebenen Altersstufe, sofern Erwachsene den Inhalt passend finden.
Die größten Reibungspunkte liegen nicht in der Grundidee, sondern in der gemeinsamen Organisation: Wer besitzt den Fortschritt? Wer darf spielen? Wann wird das Gerät wieder frei? Diese Fragen sollte man vor dem ersten längeren Durchlauf klären. Besonders bei Geschwistern verhindert eine feste Reihenfolge, dass aus einem unterhaltsamen Abenteuer ein Streit über den Spielstand wird.
Outerminds Inc. setzt hier nicht auf ein anonymes Actiongerüst, sondern auf Wiedererkennung, Humor und den Reiz bekannter YouTube-Figuren. Genau deshalb empfehle ich das Spiel nicht pauschal jedem mobilen Spieler. Für Fans ist es eine charmante, unkomplizierte Wahl; für Suchende nach einem tiefen oder modernen Actionerlebnis gibt es passendere Alternativen.
Mein abschließendes Urteil fällt dennoch gut aus: Wenn du den Fanbezug magst, ein bezahltes Spiel ohne den typischen Gratis-Spiel-Druck suchst und die Nutzung auf dem Haushaltgerät sauber organisierst, kann der Titel seine 5,49 € wert sein. Ich würde ihn zuerst gemeinsam ausprobieren, die Altersfrage ernst nehmen und danach entscheiden, ob der Humor auch ohne den ersten Fanbonus trägt. In einem passenden Haushalt ist genau diese Mischung aus Zuschauen, Weitergeben und kurzer Action seine überzeugendste Seite.











